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Frauenkirche eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Dresden

Rund 4,5 Millionen Besucher in den ersten beiden Jahren seit der Weihe 2005 / Wesentliche Bereicherung des Dresdner Musiklebens / Chronologie der Rekonstruktion

Am 30. Oktober 2005 wurde die Dresdner Frauenkirche wieder geweiht, nach Zerstörung im 2. Weltkrieg und Wiederaufbau. Und schon zählt das Gotteshaus zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Allein in den beiden ersten Jahren haben 4,4 Millionen Menschen die Dresdner Frauenkirche besucht. 2,7 Millionen Besucher nutzten das Angebot der Offenen Kirche.
1,15 Millionen erlebten die Frauenkirche bei Gottesdiensten und Andachten.
Mit 485.000 Konzertbesuchern hat die Frauenkirche zudem einen führenden Platz im Dresdner Musikleben erreicht.

In den Jahren 1726 bis 1743 nach den Plänen des wagemutigen Ratsbaumeisters und Architekten George Bähr gebaut, gilt die Frauenkirche als bedeutendster Kirchenbau der evangelisch-lutherischen Christen in Deutschland. Sie war eine der großen künstlerischen Leistungen des Barocks und gehörte zu den genialen Meisterwerken der europäischen Baukunst. In Folge der Bombennacht vom 13. Februar 1945 brannte die Kirche aus. Zwei Tage später stürzte die Kuppel in sich zusammen.

Von der Dresdner Bürgerbewegung zum weltweiten Projekt

Im Wendeherbst 1989 ergriffen engagierte Dresdner die Initiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Mit dem „Ruf aus Dresden" wandten sie sich am 13. Februar 1990, dem 45. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, an die Weltöffentlichkeit. Dieser Aufruf wurde zur Initialzündung der erfolgreichsten Bürgerinitiative der Gegenwart in Deutschland. Aus der Dresdner Gruppe war rasch eine weltweite Bewegung geworden. Und so konnten von den rund 130 Millionen Euro Baukosten rund 100 Millionen durch private Spenden aus Deutschland, Großbritannien, den USA und zahlreichen weiteren Ländern finanziert werden.

Der Wiederaufbau als archäologische Rekonstruktion

Die Frauenkirche wurde in ihrer originalen historischen Gestalt wiederaufgebaut. Eine erhalten gebliebene, vollständige und detaillierte Dokumentation machte dies möglich. Die stehen gebliebenen Ruinenteile wurden in den Wiederaufbau einbezogen. Darüber hinaus konnten 44 Prozent der originalen Steine wiederverwendet werden. Sie wurden mittels modernster Computertechnik an ihrer historischen Stelle eingebaut.

Handwerker und Künstler fühlten sich in die barocke Bautechnik ein. Mit viel Einfühlungsvermögen gestaltete bspw. der Dresdner Maler Christoph Wetzel die Gemälde der vier Evangelisten und der vier Tugenden in der Kuppel oder Vinzenz Wanitschke die Rekonstruktion des Hauptaltars. Dieser zeigt Christus am Ölberg. Von Engeln getragene goldene Ranken von Korngarben und Weintrauben symbolisieren das Abendmahl. Eine Gloriole symbolisiert die Dreifaltigkeit. Über dem Altar thront die neue Orgel der Werkstatt von Daniel Kern in Straßburg, die die Tradition von Gottfried und Andreas Silbermann mit der französischen Romantik verbindet.

Gottesdienste, Konzerte und Besichtigungen

Auch wenn viele die Dresdner Frauenkirche in erster Linie als neue Sehenswürdigkeit wahrnehmen, ist sei zunächst einmal ein Gotteshaus. Regelmäßig finden Gottesdienste sonntags um 11 Uhr (mit vokaler Kirchenmusik, meist eine Bach-Kantate) und 18 Uhr (mit instrumentaler Kirchenmusik) statt. Donnerstags um 18 Uhr lädt die Frauenkirche zu einem Ökumenischen Abendgebet in die Unterkirche.

Orgelandachten bzw. -vespern mit anschließender Kirchenführung finden montags bis samstags um 12 Uhr, sowie montags bis mittwochs und freitags um 18 Uhr statt. Der Eintritt für diese Veranstaltungen ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Alle 14 Tage lädt die Frauenkirche um 15 Uhr zu einer „Geistlichen Sonntagsmusik" ein. Kantorei oder Kammerchor der Frauenkirche unter Frauenkirchenkantor Matthias Grünert musizieren dann mit Solisten und Instrumentalisten in der Regel Werke aus dem Barock, so von Johann Sebastian Bach und Gottfried August Homilius, die beide in der Frauenkirche musizierten. Im Wechsel mit der Kreuzkirche (Jehmlich-Orgel) und der katholischen Kathedrale (Silbermannorgel) erklingt die „Königin der Instrumente" jeweils um 20 Uhr zum „Orgelmittwoch". Der Eintrittspreis für beide Reihen beträgt im Vorverkauf 8 Euro, vor Ort 5 Euro inklusive Gebühren.

Am 1. Dezember 1736 gab Johann Sebastian Bach ein vielbeachtetes Orgelkonzert in Dresden. Es war das wahrscheinlich erste Konzert an der Silbermannorgel der damals gerade fertig gestellten Frauenkirche in Dresden. Das Orgelwerk von Bach, sowie seine Kantaten und Oratorien sind fester Bestandteil der Musik in der Frauenkirche.

In den Jahren 2008 und 2009 stehen zudem die Oratorien von Georg Friedrich Händel (1685-1759) auf dem Programm der Frauenkirche. Anlass ist das
250. Todesjahr des aus Halle stammenden Barockkomponisten. Bedeutende Chöre, Orchester, Dirigenten und Solisten aus aller Welt musizieren in der Dresdner Frauenkirche, oftmals auch über das Fernsehen oder Radio auch in alle Welt übertragen.

Die Kirche ist für freie Besichtigungen in der Regel montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Eigenständige Gruppenführungen sind nicht gestattet. Gruppenführungen können über die Stiftung aber zu besonderen Terminen angemeldet werden. Täglich zwischen 10 und 18 Uhr können gesundheitlich nicht eingeschränkte Besucher auch die Kuppel besteigen und den herrlichen Rundblick auf  Dresden genießen. Der Preis dazu beträgt 8 Euro (ermäßigt 5).

 

 

Chronologie

1722

Ratszimmermeister George Bähr legt die ersten Pläne für einen Neubau der stark baufälligen alten Frauenkirche vor

1726

Genehmigung des Entwurfs mit vier Ecktürmen und hölzerner Kuppel. Grundsteinlegung im August

1733

Nach dem Tod Augusts des Starken stiftet der katholische Kurfürst August III. 28.366 Taler für den Weiterbau des protestantischen Gotteshauses. Bähr darf die Kuppel in Stein ausführen.

1738

Weiterbau der Kirche nach dem Tode Bährs

1743

Vollendung des Kirchenbaus durch Ratsmaurermeister Gottfried Fehre und Johann Georg Schmidt

1760

Die Frauenkirche übersteht den Angriff preußischer Kanonen. Kommentar des Angreifers Friedrich II. von Preußen: „Da bleibt der Dickkopf eben stehen".

1924

Beginn der ersten großen Sanierung der Frauenkirche (bis 1930)

1938

zweite große Sanierung (bis 1942). Die Hauptkuppel erhält einen Ringanker aus Stahlbeton. Die Dokumentation ist später wichtige Quelle für den Wiederaufbau

1945

am 15. Februar, zwei Tage nach dem Bombenangriff auf Dresden, stürzt die Kuppel ausgeglüht zusammen

1946

Der „Große Dresdner Aufbauplan" sieht den Wiederaufbau der Frauenkirche vor

1962

Nach ersten Bergungsarbeiten 1948 droht eine Beräumung der Ruine, die am Geldmangel scheitert

1966

Der Rat der Stadt beschließt, die Ruine als Mahnmal zu erhalten. Die Gottesdienste an der Frauenkirche erhalten 1989 eine immer größere politische Bedeutung

1990

Am 12. Februar veröffentlicht eine Bürgerbewegung den „Ruf aus Dresden" und appelliert die Öffentlichkeit zur Unterstützung des Wiederaufbaus

1991

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche entscheidet sich am 18. März deutlich für den Wiederaufbau, dem die Dresdner Stadtverordneten 1992 zustimmen

1993

Beginn der Enttrümmerung. Im Oktober werden unerwartet gut erhaltene Reste des Altars freigelegt

1994

Am 27. Mai übergibt Oberbürgermeister Herbert Wagner die Baugenehmigung für den Wiederaufbau, der am gleichen Tag beginnt. Baudirektor wird Eberhard Burger.

2000

Der Herzog von Kent übergibt das vom britischen Dresden Trust gestiftete goldene Turmkreuz. An den Arbeiten war der Sohn eines britischen Bomberpiloten, Alan Smith, beteiligt. Die englische Königin spendet ebenfalls für das Kreuz, das sie in einer offiziellen Zeremonie nach Dresden verabschiedet.

2003

Der Stiftungsrat entscheidet sich nach einem heftigen „Orgelstreit" für eine moderne Frauenkirchenorgel „im Geiste Gottfried Silbermanns". Der Auftrag geht an die Straßburger Firma Kern. Im Juli wird der letzte Stein der Kuppel gesetzt, im September fallen die Gerüste

2004

Am 22. Juli beschließt das Aufsetzen von Turmhaube und Kreuz den äußeren Wiederaufbau. Ende des Jahres soll die Kuppel für Touristen als Aussichtsplattform geöffnet werden

2005

Im Sommer Fertigstellung des Innenraums und der Orgel.

Am Sonntag, 30. Oktober, einem Tag vor dem Reformationstag, wird die Kirche geweiht. Tausende Gäste verfolgen die Zeremonie in der Kirche oder vor den Bildschirmen auf dem Neumarkt, Millionen vor dem Fernseher.

Die von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert gegründete Kantorei und Kammerchor, sowie Frauenkirchenorganist Samuel Kummer sind Pfeiler des Musiklebens der Frauenkirche, ergänzt durch zahlreiche Konzerte von Gastkünstlern.

2006

Im Sommer wird eine Klimaanlage eingerichtet, da im Durchschnitt täglich rund 10.000 Besucher statt erwarteter 3.000 den Innenraum der Kirche besuchen.

Weitere Infos zur Frauenkirche und Pressekontakt:

Ausführliche Infos gibt die offizielle Website http://www.frauenkirche-dresden.de/

Ansprechpartner für alle Anfragen (insbesondere Interviews, Recherchemöglichkeiten vor Ort etc.) ist:

Mandy Dziubanek
Stiftung Frauenkirche Dresden
An der Frauenkirche 12, 01067 Dresden
Telefon: + 49 (0) 351 - 498 11 16,

Fax: + 49 (0) 351 - 498 11 18
E-Mail: presse@frauenkirche-dresden.de  

 

 

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